Bangkok – Wat schön

Wir verlassen Münster gegen Mittag und fahren gemütlich mit der Regionalbahn und dem ICE zum Frankfurter Flughafen. Der Flieger geht um 22.00 Uhr. Es ist genug Zeit zum Einchecken und für ein Abendessen beim Flughafen-Italiener. Der Airbus A380 ist komplett gefüllt. Die Flugzeit beträgt 10 Stunden. Ich kann zum Glück die meiste Zeit schlafen und so hält sich meine Müdigkeit bei der Ankunft in Grenzen. In Bangkok ist es Nachmittag. Wir erwischen den Skytrain und warten dann auf den Bus. Die Linie 59, auf die wir gewartet haben, fährt an uns vorbei und lässt uns bei 34 Grad Hitze etwas ratlos am Straßenrand stehen. Ein Tuk Tuk bringt uns schließlich zum Hotel. Der Verkehr ist beeindruckend, unzählige Rollerfahrer schlängeln sich geschickt durch die Autoreihen. Die Konzentration der Verkehrsteilnehmer muss enorm hoch sein. Auch in den nächsten Tagen staunen wir über den Straßenverkehr und darüber, dass man keine Unfälle, die Polizei oder Krankenwagen sieht und hört! Internetrecherchen ergaben allerdings, dass täglich Unfallopfer oder Notfallpatienten sterben, da die Rettungskräfte hoffnungslos im Stau stecken bleiben.

Unser Hotel liegt in der Altstadt, in der Nähe des Wat Pho und des Großen Palastes. Für den ersten Tag reicht uns ein Abendimbiss und dann muss erstmal Schlaf nachgeholt werden. 12 Stunden später startet etwas jet-lagged unsere Entdeckungsreise durch Bangkok! Wir beginnen mit der Besichtigung des Wat Pho. Einer der 450 buddhistischen Tempel (Wat), der in Ratanakosin, im historischen Zentrum von Bangkok liegt. Er stammt vermutlich aus dem 17. Jahrhundert und wurde zur Gründung der neuen Hauptstadt Bangkok von König Rama I. restauriert und erweitert. Im Inneren befindet sich neben vielen Buddha-Statuen ein 46 Meter langer und 15 Meter hoher, vergoldeter liegender Buddah. Die Statuen sollen den Betrachter an Buddah erinnern und belehren. Immer wieder weisen Schilder darauf hin, dass Buddah keine Dekoration sei und respektiert werden soll. Im Wat Pho bestimmen Chedis das Bild des Tempels. Ein Chedi ist immer ein Teil einer buddhistischen Tempelanlage, ein buddhistisches Bauwerk, das Buddah selbst und seine Lehre symbolisiert. Die Chedis hier sind mit verschiedenenfarbigen Mosaiken aus Kacheln bedeckt. Sie wurden von verschiedenen Königen (Rama I., III. IV.) in Auftrag gegeben. 

Zum Mittagessen gibt es Phat Thai, ein traditionelles Nudelgericht der thailändischen Küche. Lecker! Gestärkt umrunden wir die lange Mauer des Großen Palastes Richtung Chao Phraya, um die verschiedenen Möglichkeiten von Bootstouren zu erkunden. Wir entscheiden uns für eine Fahrt mit dem Long-tail boat. Da es für dieses Boot keine anderen Fahrgäste gibt, geht es mit dem Privatchauffeur raus auf den Fluss. Der Schiffsverkehr ist nicht zu unterschätzen! Es schaukelt mächtig, bis wir in die kleinen Nebenflüsse, die Klongs kommen. Hier entsteht ein anderes Bild von Bangkok. Häuser stehen auf Holzpfählen im Wasser. Einige sind modern und neu, die meisten aber halb verfallenen. Es gibt Stellen am Ufer, von denen aus man Fische füttern kann, weil es Glück bringt, ab und zu taucht ein Wat auf, Schulkinder warten auf ihren Transport nach Hause. Wir sehen Händler auf Booten, die ihre Waren verkaufen wollen, oder im Boot ein Mittagsschläfchen machen. Nach einer Stunde endet unsere Fahrt am Anleger, wo sie begonnen hat. Wir beschließen, dass es für heute mit der Sightseeingtour reicht und gönnen uns eine Tuk Tuk Fahrt nach Sathorn, einem Geschäftsviertel von Bangkok mit vielen Hotels, Büros und Hochhäusern. Im Anatara Hotel gibt es eine Sky Bar. Die Aussicht könnte grandios sein- von hier oben bemerken wir, wie stark der Smog in der Stadt ist. Die untergehende Sonne ist kaum zu erkennen. Unsere Nachruhe wird gegen 03.00 Uhr gestöhrt. Aufgeweckt von lauten Stimmen, schauen wir durch den Spion unserer Tür. Im geöffneten Zimmer gegenüber treiben vier Russen ihr Unwesen. Zwei halbbekleidete junge Frauen kichern und verfolgen den verzweifelten Versuch eines total betrunkenen, splitternackten Mannes sein T-Shirt überzustreifen. Ein Anruf bei der Rezeption beendet schließlich das traurige Schauspiel. 

Der Große Palast war die offizielle Residenz der Könige von Siam vom Ende des 18. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Hierher führt uns unser Weg an diesem Tag als erstes. Der Palast ist ein Wahrzeichen für Bangkok und Anziehungspunkt für Touristen. Chinesen sind sehr stark vertreten. Auf der „Oberen Terasse“, bei den vier Hauptmonumenten ist es schon voll. Hier sieht man einen Reliquienschrein in Form eines goldenen Chedi, ein Miniaturmodell von Ankor Wat, ein Mondop – Aufbewahrungsort für heilige buddhistische Palmblattschriften und das königliche Pantheon. Mittlerweile hat der Smog sich verzogen und es ist extrem heiß. Wir beschließen, von all den Sehenswürdigkeiten rund um den Großen Palast nur noch den „Smaragd-Buddha“ im berühmten Wat Phra Kaeo anzuschauen. Hineinzugelangen ist schwierig. Die Menschen drängen sich dicht an dicht. Auf den Regalen vor dem Eingang stapeln sich Schuhe und es riecht nach Schweißfüßen. Der Smaragd-Buddha ist das National-Heiligtum Thailands. Es handelt sich um eine 66 cm große Statue aus Jade, dessen tiefgrüne Farbe an Smaragd erinnert. Gefunden wurde sie im Jahre 1434 und seit 1784 wird sie im Wat Phra Kaeo verehrt. Wir verlassen den Großen Palast und fahren mit der Fähre auf die andere Seite des Flusses. Der nächste Tempelbesuch ist eine wahre Erholung. Der Wat Arun ist mit einem Mosaik aus buntem Porzellan und Muscheln überzogen. Im Wind klingeln kleine Glöckchen. Der Tempel besteht aus einem großen Turm, genannt Prang, um ihn herum vier weitere kleinere Prangs. Alles ist mit Stufen und Wegen miteinander verbunden. Wir lassen die Ansicht des Tempels auf uns wirken und genießen einfach den Anblick. Ein letztes Mal wollen wir über den Fluss fahren. Wir benutzen für die Hinfahrt das Expressboot für Touristen, zu den einzelnen Haltestationen gibt es Infos. An der Endstation nehmen wir das Localboat, das in schneller Fahrt rechts und links des Flusses Haltestellen anfährt. Beim Aussteigen werden die Passagiere mit lauten Rufen zum schnellen Verlassen des Bootes angetrieben. Es wird langsam dunkel und der Wat Arun strahlt am Ufer, erleuchtet durch unzählige Lichter. Unser Abendessen genießen wir auf einer Dachterrasse mit Blick auf den Wat Saket, der auf einem 79 Meter hohen, künstlich aufgeschütteten Berg liegt. Mit diesem kleinen Eindruck von der riesigen Stadt Bangkok geht es am nächsten Tag weiter zum Strandurlaub nach Koh Mak! 

 

2 Comments

  1. Meine Fresse sitze hier bei der Arbeit und lese den tollen Bericht und die schönen Bilder. Soll ich die Arbeit hinschmeißen und losfahren? Weiter so! Grüße

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