La Isla Bonita – Barlovento

In Barlovento empfängt uns Teresa an der Tankstelle und zeigt uns den Weg ins Casa Manolo.

Im Nordosten ist es landschaftlich und auch vom Wetter her ganz anders. Es gibt einen schnelleren Wechsel zwischen Sonne und Regen. Unsere neue Unterkunft ist auch grün und bietet alles was wir brauchen, einschließlich eines Kamins. Hier ist alles etwas ländlicher und einfacher als in Puntagorda. Wir orientieren uns im Ort, essen im einzigen Restaurant, das sonntagmittags restlos von Einheimischen ausgebucht ist. Danach machen wir es uns im Haus gemütlich. Am Montag lassen wir unser Auto stehen und laufen 4 Kilometer hinunter ans Meer. In Fajana gibt es auch wieder Naturschwimmbecken. Der Weg verläuft durch Bananenplantagen und ist ziemlich steil. Vom Restaurant „La Gaviota“ hat man einen schönen Blick über die drei verschiedenen Becken. Einige Urlauber liegen in der Sonne oder schwimmen im kalten Wasser.

Wir besuchen das kleine Örtchen San Andrés, das für seine Altstadt aus der Kolonialzeit bekannt ist. Es ist wirklich hübsch und wir machen eine Mittagspause unter Sonnenschirmen am Kirchplatz. Die Straße mit dem alten Kopfsteinpflaster lädt zum Bummeln ein, der Ort ist allerdings schnell durchquert. Ganz in der Nähe befindet sich das dritte Naturschwimmbecken. „Charco Azul“ ist wirklich ein wunderbarer blauer Tümpel, der sehr einladend noch manche Badegäste ins Wasser lockt. Man kann geschützt vor der starken Brandung im Meerwasser schwimmen und die wunderbare Aussicht auf den weiten Atlantik genießen.

Für den folgenden Morgen haben wir uns vorgenommen, früh aufzustehen und auf den höchsten Punkt La Palmas zu fahren. Es ist eine kurvenreiche und recht steile Anfahrt, bis man den kleinen Parkplatz an der höchsten Stelle erreicht. Hier klettert man auf alten Vulkanschloten. Dieser Berg gehört auch zum Nationalpark Caldera de Taburiente und bildet den nordwestlichen Rand der Vulkanschlucht. Wenn die Sicht gut ist, kann man die Inseln Teneriffa, La Gomera und El Hierro sehen. Es ist kühl, 6 Grad, und wir sind froh über unsere warme Kleidung. Die meiste Zeit ist die Sicht gut, wir sehen die Inseln und staunen über den Vulkankessel ringsherum. Auf dieser schwindelerregenden Höhe, kurz unterhalb des Roque befindet sie das Roque-de-los Muchachos-Observatorium. Eine Ansiedlung von Sternwarten, die eine der wichtigsten dieser Art weltweit sind. Der Standort wurde gewählt, da die klimatischen Bedingungen ideal sind. Die Nächste sind meist wolkenlos und die Luft ist klar. Auf der Rückfahrt machen wir Halt im Kulturpark La Zarza. Hier ist eine bekannte archäologische Fundstätte der Insel. Bei dem Rundgang durch den Park sehen wir die vor 400 Jahren entstandenen Steinzeichnungen der kanarischen Ureinwohnern.

An unserem letzten Tag in Barlovento wollen wir erneut eine Wanderung durch den beeindruckenden Kiefernwald machen. In der Nähe des Parkes La Zarza befindet sich die Ortschaft Roque del Faro. Es handelt sich um eine Ansammlung weniger Häuser und einem Restaurant. In einer der vielen Parkbuchten am Straßenrand stellen wir unser Auto ab und folgen dem Wanderweg hinauf in den Kiefernwald. Die teilweise riesigen Kiefern sind sehr beeindruckend, besonders die freistehenden Exemplare mit ihren unregelmäßig geformten Kronen. Die Pinus canariensis, die Einheimischen nennen sie kurz Pino, ist auf den Kanaren endemisch, wächst also nur hier. Sie ist ein immergrüner Baum und wird im Durchschnitt bis zu 25 Metern hoch. Ihre Lebensdauer wird mit mehreren Hundert Jahren angegeben. Die dicke graue bis rotbraune Borke kann aus bis zu 50 Schichten bestehen, die das Kernholz der Kiefer bei Waldbränden schützt. Dieser „Brandschutz“ ermöglicht es dem Baum nach dem Feuer erneut auszutreiben. Wir gehen durch schmale Pfade und auch breitere Forstwege, bis wir den Aussichtspunkt Mirador Barranco des los Poleos erreichen. Da wir keine Lust haben, denselben Weg zurück zu nehmen, entscheiden wir uns für ein Stück Straße, um dann erneut auf einen Wanderweg zu stoßen. Das letzte Stück ist ein abenteuerlicher, schmaler Pfad, der uns dann steil hinauf zurück in den Ort bringt. Glücklich über die Natureindrücke, fahren wir ein letztes Mal mit unserem Auto die Serpentinenstraße zurück nach Barlovento.

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