Sintra

Die Internetrecherche ergibt, dass es keine Campingplätze in Sinatra gibt. Sinatra, den Ort mit der Maurenburg und dem farbenfrohen Schloss, wollen wir uns ansehen. Wir finden eine Unterkunft am Fuße des Hügels mit Blick auf Burg und Schloss. Die Villa São Francisco. Das Privathaus liegt in einem schönen Garten. Der Verwalter José empfängt uns und zeigt uns unser Zimmer und die Räume, die allen zur Verfügung stehen. In der gut ausgestatteten Küche kochen und braten wir und haben das Haus und den Garten ganz für uns alleine. Am nächsten Morgen überlegen wir, mit den Rädern ein Stück den Hügel zu erklimmen. Schnell wird es zu steil und wir schließen die Räder am Wegesrand an. Zu Fuß geht es weiter und wir kommen dabei ganz schön ins Schwitzen. Der Weg allerdings ist einzigartig und anscheinend unbekannt. Niemand kommt uns entgegen auf diesen alten Steinstufen, bis wir schließlich im historischen Sintra ankommen, das zusammen mit dem umliegenden Parque Natural 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Im Schatten der Kirchenmauer ruhen wir einen Moment aus und machen uns an den weiteren Aufstieg. Hier ist alles voller Menschen und an ihrem Schuhwerk sieht man, dass sie nicht per pedes unterwegs sind. Es wimmelt von Tuk Tuks und Taxis. Der Bus mit der Nummer 434 rauscht an uns vorbei. Der erste Ort der Besichtigung ist das Castelo dos Mouros. Es ist die Ruine einer Burganlage, die sich im Wald oberhalb der Stadt befindet. Sie wurde im 8. oder 9. Jahrhundert von den Mauren erbaut. Um 1860 fand eine umfassende Renovierung der übriggebliebenen Mauern statt. Wir klettern auf die Türmchen und schlängeln uns mit zahlreichen Menschen durch die engen Wege auf den Mauern. Wunderschön ist der umliegende Park mit hohen Bäumen, die Schatten spenden. So erreichen wir den Palácio de Pena. Das Schloss befindet sich auf einem Felsmassiv, das als Penedo bezeichnet wird und ein Teil der Serra de Sintra ist. An der Stelle, an der sich heute das Schloss befindet, stand einst ein Männerkloster, das 1755 durch das Erdbeben von Lissabon größtenteils zerstört wurde. Der Palácio de Pena wurde 1840 im Auftrag von Ferdinand II., Gemahl der herrschenden Königin Maria II., in Auftrag gegeben. Er war so begeistert von der Umgebung, dass er die ehemalige Anlage des Klosters, sowie das nahegelegene Castelo dos Mouros kaufte. Wir kaufen nur ein Ticket für den Park. Mit dieser Eintrittskarte können wir auch die Außenanlage auf unterschiedlichen Ebenen besichtigen. Auch hier sind wieder viele Touristen unterwegs, die wie wir diesen außergewöhnlichen Ort besuchen. Der Pena Palast ist wirklich eindrucksvoll, errichtet aus verschiedenen Baustilen. Hier sehen wir einen wilden Mix aus der Neorenaissance, der Neogotik und der maurischen Kunst. Der Palast ist ein farbenfrohes Bauwerk, dessen Fassaden teilweise mit unterschiedlichen Azulejos gestaltet sind. Über dem Eingang zum Innenhof thront ein riesiger Triton, halb Mensch, halb Fisch. Nach der Besichtigung sind wir ziemlich fußmüde, haben uns aber in den Kopf gesetzt auch den Abstieg zu Fuß zu machen. Unten warten die Fahrräder auf uns, und wir rollen den letzten Kilometer nach Hause.

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