Nuestros Caminos

Die Picos de Europa sind ein Kalkstein-Massiv innerhalb des Kantabrischen Gebirges Nordspaniens. Der Name bedeutet Gipfel Europas. In der Nähe von Potes finden wir einen kleinen Campingplatz, der uns einen wunderbaren Blick auf einige Gipfel schenkt. Erschöpft von der Stadt lassen wir es ruhig angehen, nutzen die Zeit zum Wäschewaschen, Kochen und für ein Bad im Pool. Nach zwei Tagen haben wir die Idee, noch weitere Zeit in den Bergen zu verbringen und wir machen uns auf den Weg Richtung León. Der Weg ist fantastisch. Wir überqueren den San Glorio auf 1609 Metern. Die Fahrt durch die Berge ist anstrengend und wir brauchen viel Zeit. Zurück auf der Autobahn machen wir einige Kilometer. Die Sonne scheint, nur in der Ferne sind dunkle Wolken am Himmel zu erkennen. Verwundert registrieren wir die Lichthupen der LKW, die uns entgegenkommen. Auf einmal befinden wir uns in einem Unwetter. Innerhalb von Sekunden verwandelt sich der heftige Regen in Hagel, dass es geradezu unheimlich ist. Die Temperatur sinkt rapide von 30 auf 13 Grad und Hagelkörner, groß wie Kaugummikugeln, prasseln auf unser Auto. Die Straße wird zur Eispiste. Es ist beängstigend! Nach einigen Minuten ist der Spuk vorbei und das Thermometer klettert wieder auf 27 Grad.

Endlich kommen wir dem Ort näher, an dem sich der ausgewählte Zeltplatz befindet. Hier hat aber wohl schon lange niemand mehr Urlaub gemacht und wir entscheiden schnell, uns etwas anderes zu suchen. Da es schon spät ist und wir uns nach einer Unterkunft und etwas zu Essen sehnen, beschließen wir, in einer Pension in Vega de Valcarce zu übernachten. Das Dorf liegt direkt am Camino de Santiago. Nach dem Frühstück verwerfen wir den Gedanken Santiago de Compostela zu besuchen. Der Anblick der Massen wanderlustiger Menschen, die im Zeichen der Jakobsmuschel an uns vorbei pilgern, hat uns bereits einen ausreichenden Eindruck verschafft.

Über La Coruña erreichen wir Muros, einen kleinen Fischerort in Galicien. Der Zeltplatz befindet sich am Meer und die Terasse des Restaurants bietet einen herrlichen Blick auf die Bucht. Wir haben das Glück, am Abend eine Gruppe von Delfinen aus der Nähe zu beobachten. Mit dem Fahrrad kann man gut in das Städtchen fahren und wir wollen am nächsten Tag eines der vielen Fischrestaurants ausprobieren. Pulpo steht ganz oben auf jeder Speisekarte und schmeckt ganz wunderbar. Maria in der Calle de la Axesta schneidet mir eine neue Frisur und findet mich „guapa“.

Vigo ist unser nächstes Ziel. Die Idee, am Samstag das Fußballspiel der kleinen Kelten gegen Atl. Madrid zu besuchen, bleibt eine Idee. Es ist heiß und der Stadtcampingplatz laut! Wir beschließen schon abends, unsere Zelte abzubrechen und fahren am nächsten Morgen die letzten Kilometer nach Portugal.

Richtung Porto führt uns unser Weg nach Barcelos. Eine Legende erzählt, dass ein Pilger aus Galizien, der auf dem Weg nach Santiago de Compostela war, eines Verbrechen beschuldigt wurde und hingerichtet werden sollte. Kurz vor seinem Tod durch den Strang, bat der Verurteilte darum, seinem Richter vorgeführt zu werden. Dieser saß gerade beim Essen und wollte ein gebratenes Hähnchen verspeisen. Der Galizier zeigte auf den Hahn und sagte: „So wahr ich unschuldig bin, wird dieser Hahn krähen, sobald ich gehängt werde.“ So geschah es, und der Richter begnadigte den Mann! Diese Legende und die Darstellung des bunten Hahnes von Barcelos stehen für die moralischen Werte der Portugiesen. Heute gibt es unzählige Souvenirs mit dem Hahn in unterschiedlicher farblicher Gestaltung. Auch wir können nicht widerstehen und kaufen uns eine Miniaturausgabe. Wir verlassen Barcelos, das Thermometer zeigt 36 Grad und wir erhoffen Abkühlung am Meer. Und so ist es auch, wir finden einen Campingplatz in einem Pinienwald in der Nähe des Atlantiks. „Orbitur“ heißt die Campingplatzkette, die Portugal beherrscht, bzw. die bevorzugten Gebiete in Strandnähe ergattert hat. Die Portugiesen haben noch Ferien (insgesamt vom 23.06. bis zum 16.09.!!) und es ist einiges los. Wunderschön ist die Nähe zum Strand und wir machen einen langen Strandspaziergang inklusive Sonnenuntergang, der von der Strandbar aus zu sehen ist. Danach ist es vorbei mit dem lauschigen Abend. Am Platz beginnen die Leute zu leben und zu feiern, als wir ins Bett gehen.

3 Comments

  1. Klasse Frisur! Und es scheint, als ob ihr eine tolle Zeit habt. Das Unwetter ist ja krass. Ich bin schwer beeindruckt, was ihr hier für einen tollen Blog hochgezogen habt! Deine Texte bereichern die wunderschönen Eindrücke aus den Fotos enorm, liebe Almut! Ihr zwei seid ein tolles Paar und scheinbar ja auch ein tolles Reiseteam. Genießt die Zeit für euch!
    Liebe Grüße und gute Reise weiterhin
    Gela

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